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Das Festchen ( Il Festino)

Seit 1625 feiert Palermo jedes Jahr den Triumph seiner Schutzheiligen: die Hl. Rosalìa.

Ein wichtiges Volksfest und wird im Volksmund „das groβe Fest genannt. Das groβe Fest dauert 5 Tage , vom 10 bis zum 15 July.

Die  wundertätige Heilige geht auf das  verfluchte Jahr 1624 zurűck, zur Zeit wo die schwarze Pest die Einwohner von Palermo dezimierte. Kein Mensch war in der Mőglichkeit diese schreckliche Krankheit zu bekämpfen und die vier Heiligen die in dieser Zeit die Schutzpatronen waren (Hl. Agata, Christina, Oliva und Ninfa)  auch nicht. Selbst die zwei Pest - Spezialisten, der Hl. Sebastian und Hl. Rocco  waren nicht im Stande die Kranken zu heilen. 

Die Legende űber die Heilige Rosalìa erzählt, daβ sie die Tochter des Herzogs Sinisbald von Quisquinia war und  am Hofe des Kőngs Roger II lebte.

Schon als junges Mädchen zog sie sich vom bequemen leben am Hofe zurűck. Ihre letzen Jahren verbrachte sie in eine Grotte wo sie betete und kranke Tiere pflegte. Sie verstarb einsam und allein in ihre Grotte und keiner der Einwohner von Palermo hatte jemals von ihr etwas vernommen noch gesehen, bis 1624, in der Zeit des groβen Pestanfalls. Ein junger Jäger stieg zum Monte Pellegrino um nicht angesteckt zu werden, während er eingeschlafen war, erschien sie ihm im Traume und sagte mit einer wunder schőnen Stimme, daβ, er ihre Gebeine in eine Reliquie geben sollte und sie in Prozession durch die Stadt tragen sollte, der Erzbischof von Palermo sollte mit beistehen. Als er aufwachte ging er zu der Grotte, die sie ihm beschrieben hatte und fand tatsächlich ihre Gebeine.

Mit groβer Erregung lief er zum Bischhőflichen Palast, erzählte alles dem Erzbischof, Giannettino Doria, der sofort befahl die Reliquie durch die Stadt zu tragen. Während die Gebeine der Rosalìa durch die Stadt getragen wurde, geschah das Wunder, alle Krancken wurden ganz plőtzlich gesund,   die Stadt wurde in wenigen Tagen vőllig befreit von  dieser schrecklichen Krankheit. Es war der 15.July 1624.

Die Reste der Heiligen wurden dann in einem Silberschrein gelegt,  von einheimischen Goldschmieden angefertigt was dann im bischőflichen Palast aufbewahrt  wurde. Der Bischof G. Doria veranlaβte, daβ jedes Jahr am 15, July zur Erinnerung an das Wunder, der Silberschrein um die Hauptstraβen der Stadt getragen werden sollte.

Auch heute, in unserer modernen Welt wird das Fest  mit gleichem Eifer und Glauben gefeiert.

Am  frűhen Morgen werden Bőller geschoβen und alle Kirchen des Zentrum läuten die  Glocken

Vor allen Heiligenbildern die in der Stadt verbreitet sind werden traditionelle Lieder zu Ehren der Heiligen gesungen, begleitet mit Violine, Mandoline und Kontrabass. In den vergangenen Jahren wurden diese Lieder von spezialisierten Sängern und Musiker gespielt. Es waren vorwiegend Blinde und schon als Kinder wurde ihnen Musik beigebracht, damit sie sich als Erwachsene unterhalten konnten. Seit 1661 bildeten sie eine Zunft und ihr Sitz war im Jesuitenkloster von „Casa Professa“, im Zentrum von Palermo.

Es gibt keinen Palermitaner der zu Gelegenheit des Festchen zu Hause bleibt, nur Krancke und Alte. Alle laufen durch  das Stadtzentrum in gemeinschaftlicher Emotion um ihr kleine Heilige beizustehen und versuchen irgendwie in dem Gewimmel eine gute Position  zu finden um  den Heiligen Schrein zu sehen. Die meiβten folgen den Karren, der langsam und im gleichmäβigen Schritt vom Domplatz  geradeaus zum „Foro Italico“, die Straβe die das Meer Parallel entlangläuft.

Der Hőhepunkt des Festchen beginnt am Nachmittag des 14. July und geht bis zum frűhen Morgen des 15.

Der Foro Italico funktioniert als Vorbűhne, wo die Bevőlkerung zusammen kommt um auf  das groβe Feuerwerk zu warten die bis zu eine Stunde dauern kőnnen. Wenn entgűltig die letzten Bőller geschoβen werden ist das Fest fűr das Volk beendet

Das Feuerwerk ersetzt Holzbauwerke angezűndet wurden: Feuer symbolisiert Reinigung.. Diese Holzgestelle wurden zum ersten Mal 1650 vor dem Kőnigspalast brennen laβen, aus Sicherheitsgrűnden wurde diese Tradition am Foro Italico, nah am Meer brennen laβen, wo es sich heute noch abspielt  

Schon einige Tage vor dem Fest stellen sich die Stände am Foro Italico, wissend daβ sie ihre Waren zu dieser Gelegenheit Gut an den Mann bringen kőnnen

Es werde Zentner von allen mőglichem Knabberzeug gegessen, wie „calìa“, gerőstete Kichererbsen,  Bohnen, Haselnűβe, Pistazien, Johannesbrot, oder  gesalzene Kűrbisskerne und Lupinien . Der nächste Stand verkauft „sfincioni“ (eine Art von Pizza); dann kommt der „pannellaro“ der Verkäufer der „pane e panelle“(siehe), oder „pane con la meusa“ (siehe); dann kommt der Feigenkakteenverkäufer, die dornigen Feigenkakteen werden in Wasser gehalten, damit ihr stechender Effekt neutralisiert wird; der „purparu“, wäre eine Imbisstube wo gekochte Tintenfische und Mieβmuscheln, Seeigel und Austern verkauft werden.

Fűr den echten Palermitaner ist es kein Fest, wenn er keine Schnecken (babaluci) oder Wassermelonen essen kőnnte. Mit der Nase hoch zum Himmel gerichtet, bequem sitzend, schaut er dem Feuerwerk zu, während er an seine Schnecken lutscht. Es ist ihm vőllig egal ob es nur mit Knoblauch und Petersilie angerichtet ist oder in (pichio pachio) das wäre Schnecken in frische Tomatensauce mit Zwiebel und Pfeffer, das wichtigste ist das sie nicht fehlen.

Der Wassermelonenstand sieht man schon von Weitem, wegen der grőβe seiner Produkte. Man kein sie , schon in Scheiben geschnitten an Ort und Stelle essen.

Ein guter Abschluβ eines Mahls, wenn auch flűchtig, ist ein gutes Eis. Am Foro Italico gibt es  viele Eistiele, eines der ältesten  ist die Eistiele „Ilardo“, das eine groβe Auswahl an Sorten hat, daβ man nur die Qual vor der Wahl hat. Auβer den normalen Eissorten wie Nuβ, Pistazien, Cafè mit Sahne, oder Erbeer, git es Jasmineis, Schwarzwurzel mit Zimt, usw.

Natűrlich dűrfen die Getänkestände nicht fehlen, die „normalen“ verkaufen Wasser, Coka-Cola, Orangensaft oder anderes Analkonisches. Anders ist es mit den Weinstuben, dort spielt es sich noch ein biβchen Tradition ab. Sie sind aber nur dem männlichen Geschlecht vorbehalten. Es wird hier spielend getrunken. Es handelt sich um das Spiel „tocco“, es ist ein boshaftes und perverses Spiel:.Es spielt sich ungefähr so ab: ein „Besitzer“ entscheidet wer und wieviel einer der Klikke  trinken darf, es kann passieren, daβ einer űberhaupt nichts drinken darf während der andere schon betrunken ist.   

Am Fűnften und letzten Tag, wendet sich das Fest, letztendlich, dem religiősem Ritus zu.

Am 15. Juli, frűh Morgens wird vom Erzbischof eine Messe im Dom gehalten, alle wichtigen Persőnlichkeiten Palermos stehen diese Messe bei.

Zentrum der Zeremonie ist der Silberschrein der Heiligen Rosalìa und wird im Nebenaltar des Domes bewahrt.  Diese Silberurne wurde 1631 von einheimischen Goldschmieden angefertigt, auf Antrag des damaligen Senats und Zeichnung des Arch. Mariano Smeriglio.

Die Silberurne kostete dem Senat 8.321 Onzen, es wurde 412 Kg pures Silber benőtigt Im Schrein, umhűllt in rotem Samt, sind die 27 Reste der Heiligen aufbewahrt.

Die Prozession fängt am Domplatz an und läuft die Hauptstraβen des Zentrum Palermos entlang, wobei versucht wird den historischen  Weg zu gehen, den der damalige Bischof gegangen ist um die Pestkranken zu heilen.

In den damaligen Zeiten wurde die Silberurne auf de Schultern von 62 Brűder des Annunziatenordens getragen. Die Ordensbrűder,- und Schwestern sind in Schwarz gekleidet, verziert mit blauer Borte, auf der Brust tragen sie ein Täfelchen mit der Abbildung der Heiligen.

Die Zunft der Hl. Rosalìa, besteht seit 1635, die Mitglieder sind vorwiegend Schuster und Barbiere. Wegen ihrer langjärigen Treue haben sie das Recht dem Ritus und der Prozession mit dabei zu sein und beizustehen.

Eigentlich war es eine Pflicht fűr alle Zűnfte der Prozession beizustehen, es handelt sich schlieβlich um ihre kleine Heilige.

Das Fest ruft alle Andächtigen zusammen, jeder hat in seinem Innern ein Wunsch, eine Erfűllung an die Heilige zu wenden. Damals wie heute, legen die Bűrger alle ihre kleinen und groβen Probleme in den Händen ihrer wundertätigen Heilige; sei es eine Krankheit, Liebeskummer oder der plage der Mafia, sie wirde ständig um Hilfr gebeten.

Um den Silberschrein zu Ehren werden alle Balkons und Vorderfassaden der Paläste mit drapierten Seidentűcher und allerlei anderen Schmuckbehang verschőnert.

Übersetzung:
Rita Milazzo


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